ETFs und Steuern in der Schweiz: der Überblick
Kursgewinne bleiben steuerfrei, aber auch thesaurierte Erträge sind steuerbar. Hier steht, worauf du bei ETFs achten musst.
Ausschüttend oder thesaurierend: steuerlich fast gleich
Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden und Zinsen regelmässig aus. Thesaurierende ETFs legen sie im Fonds wieder an. Viele denken, bei Letzteren falle deshalb keine Steuer an. Das stimmt nicht: Auch die thesaurierten Erträge sind steuerbares Einkommen, obwohl auf deinem Konto nichts ankommt.
Welcher Betrag steuerbar ist, legt die Eidgenössische Steuerverwaltung fest und veröffentlicht ihn in der Kursliste (ICTax). Viele ETFs melden ihre Erträge dafür an die Steuerverwaltung. Schau vor dem Kauf nach, ob dein ETF in der Kursliste steht. Eine Übersicht der ETFs mit Reporting bieten mehrere Vergleichsseiten an.
Kursgewinne sind steuerfrei
Wie bei Aktien zahlst du auf Kursgewinne aus ETFs als Privatanleger keine Einkommenssteuer. Verluste kannst du nicht abziehen. Wer sehr aktiv handelt, kann als Wertschriftenhändler gelten, die Kriterien stehen in der Übersicht zu Aktien. Ein regelmässiger Sparplan ist davon weit entfernt.
Vermögenssteuer
ETF-Anteile gehören zu deinem steuerbaren Vermögen, unabhängig davon, ob sie Erträge ausschütten. Massgebend ist der Steuerwert am 31. Dezember. Für ETFs in der Kursliste findest du ihn dort pro ISIN. Fehlt ein ETF, brauchst du einen belegbaren Wert, etwa den Schlusskurs der Heimatbörse, umgerechnet in Franken.
Fondsdomizil und Quellensteuer
Wo der Fonds seinen Sitz hat, wirkt sich auf die Steuern aus.
Schweizer ETFs
Ihre Erträge unterliegen der Verrechnungssteuer, egal ob ausschüttend oder thesaurierend. Du bekommst sie zurück, wenn du korrekt deklarierst.
Ausländische ETFs, zum Beispiel aus Irland
Hier entsteht die ausländische Quellensteuer oft schon im Fonds, auf den Dividenden der gehaltenen Aktien. Du siehst sie nicht auf deiner Abrechnung und kannst sie als Anleger in der Regel nicht selbst zurückholen. Deshalb kann das DA-1 bei ETFs meist nicht helfen, mehr dazu im Artikel Ausländische Quellensteuer zurückholen.
Zwei ähnliche ETFs können nach Steuern deshalb unterschiedlich abschneiden. Das ist ein Punkt neben Gebühren und Index, den du vor dem Kauf prüfen kannst.
So deklarierst du ETFs
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Steuerauszug holen
Bei den meisten Brokern findest du einen Steuerauszug mit Anzahl, Steuerwert und Erträgen. Prüf, ob thesaurierte Erträge enthalten sind.
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ETF im Wertschriftenverzeichnis erfassen
Trag ISIN, Anzahl und den Steuerwert am 31. Dezember ein. Bei ETFs in der Kursliste zieht die Steuersoftware den Ertrag pro Anteil oft selbst.
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Erträge angeben
Ausschüttungen und thesaurierte Erträge gehören als Einkommen dazu. Fehlt der ETF in der Kursliste oder ist unklar, was zu deklarieren ist, frag deinen Broker oder die Steuerverwaltung.
Häufige Fragen
Ist ein thesaurierender ETF steuerlich besser?
In der Schweiz sind beide steuerlich ähnlich, weil auch thesaurierte Erträge versteuert werden. Der Unterschied liegt eher im Alltag: Bei thesaurierenden ETFs musst du selbst Geld für die Steuer zurücklegen, weil keine Ausschüttung eingeht.
Muss ich einen ETF ohne Ausschüttung angeben?
Ja. Er gehört ins Vermögen, und je nach ETF sind zusätzlich thesaurierte Erträge zu deklarieren.
Sind Depotgebühren abziehbar?
Vermögensverwaltungskosten durch Dritte lassen sich unter Umständen abziehen, entweder pauschal oder mit Belegen. Die Regeln unterscheiden sich je nach Kanton.
Weiterlesen: Aktien und Steuern, Krypto und Steuern und Broker im Vergleich.